Gemeinschaftspraxis
dr. Balaicza und dr. Tamasi
39011 Lana, Bozener Str. 2. 3. Stock,
Tel.: 0473-492-333, www.biovital.it
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Schröpfen

"Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort will sie schädliche Stoffe anhäufen und ausleeren. Wo sie dieses selbst nicht kann, dort mache ich ein Loch in die Haut und lasse die schädlichen Stoffe heraus", sagt Paracelsus.

Das Schröpfen gehört zu den klassischen Ausleitungsverfahren (Entgiftung/ Entschlackung durch Ausleitung von Stoffen, die der Gesundheit des Organismus schaden) und wurde sowohl im antiken Griechenland und Ägypten als auch in Indien und China angewandt. Im klassischen Griechenland war das Schröpfen so geschätzt, dass die Schröpfglocke zum Emblem des Arztes wurde.
Das Schröpfen bewirkt die Aktivierung von Reflexzonen am Rücken, die in enger Beziehung zu inneren Organen stehen und auf diese einwirken. Durch den äußeren Reiz der Schröpfglocke wird das Bindegewebe verstärkt durchblutet und die Organtätigkeit der korrespondierenden Organe stimuliert. Seitdem man die Reflexzonen, d.h. die Verwandtschaft bestimmter Hautstellen mit inneren Organen, genau kennt, ist das Schröpfen auf ein wissenschaftliches Fundament gestellt und zu einer wirklich heilenden Kunst geworden. Voraussetzung ist allerdings die exakte Kenntnis der Reflexzonen am Rücken des Patienten. So fallen beim obligatorischen Abtasten des Rückens teilweise sogar schmerzhafte Gewebeveränderungen auf, die Erkrankungen der Organe erkennen lassen, die den jeweiligen Zonen zugeordnet sind. Aufgrund einer reflektorischen Fehlregulation der Durchblutung der Körperoberfläche entstehen so genannte "heiße" oder "Fülle-" Gelosen (Verhärtungen). In dieser Füllegelose, die sich als schmerzhafte Verhärtung tasten lässt, findet sich eine Zunahme von Gewebsflüssigkeit, die den venösen Abfluss behindert, so dass es zu einer Vermehrung von Stoffwechselendprodukten kommt. Da der arterielle Zufluss aber weiterhin besteht, kommt es zusätzlich zu einer Blutfülle. Die "leere Gelosen" oder "kalte Gelosen" entstehen dadurch, dass die Blutversorgung zu diesen Gelosen gedrosselt wurde. Sie sind bei der Untersuchung als Delle, oder als kalte Verhärtung zu ertasten, oder sie imponieren als "sulziges", kühles Hautareal. Pralle Reflexstellen müssen mittels blutigen Schröpfens entlastet, leere dagegen mittels trockener Schröpfung aufgefüllt werden.
* Beim trockenen Schröpfen werden die Haut und das darunter liegende Gewebe angezogen und gedehnt. Dazu verwendet man in der Praxis eigens dazu gefertigte Schröpfköpfe, die die Gestalt einer Glocke haben. In diesem Glas wird ein Vakuum erzeugt, so dass sich das Schröpfglas auf der Haut festsaugen kann. Dadurch wird die Mikrozirkulation von Blut- und Lymphflüssigkeit im darunter liegenden Gewebe angeregt. Durch die Ableitung der gestauten Lymphflüssigkeit wird die Anspannung der darunter liegenden Muskeln vermindert und die Muskeln können sich entspannen. In den angesaugten Hautbezirken strömt aus dem umliegenden Gewebe Blut. Nach dem Entfernen des Schröpfkopfes bleibt eine Art Bluterguss zurück.

* Bei der blutigen Schröpfung werden vor dem Aufstülpen des Schröpfglases ein paar Hautschnitte in den zu schröpfenden Bezirk gesetzt. Das angesaugte Blut strömt aus der Haut in den Schröpfkopf hinein und füllt ihn bald. Ist der Überdruck im Gewebe ausgeglichen, stoppt die Blutung.
Die trockene Schröpfung fügt hinzu (Blut, Wärme, Kraft), die blutige Schröpfung nimmt weg (Überschüsse, Gifte).
Eine Schröpfbehandlung dauert im Regelfall zwischen einer halben und einer Dreiviertelstunde. Als körperliche Reaktion auf das Schröpfen entstehen eine vermehrte Durchblutung des Gewebes und eine Stimulierung des vegetativen Nervensystems, und es wird ebenso das Immunsystem aktiviert. Durch den Sog an der Haut bilden sich häufig Blutergüsse welches eher als nützlich denn als schädlich angesehen wird. An den Stellen entsteht weiterhin ein Wärmegefühl. Nach der traditionellen fernöstlichen Heilkunde soll eine Schröpftherapie die Prinzipien von Yin und Yang in Einklang bringen und die Harmonie innerhalb des Organismus verbessern. Störungen im Fluss der Lebensenergie sollen durch das Schröpfen gelöst werden. Die Ansatzstellen für das Schröpfen sind daher häufig die Akupunkturpunkte oder auch die Reflexzonen. Man orientiert sich bei der Auswahl der Schröpfareale nicht selten auch an Verhärtungen und Unebenheiten des Gewebes.

Wann ist Schröpfen zu empfehlen?
Schröpfen wir meistens als Begleittherapie in den folgenden Fällen angewendet.
* Erkrankungen des Muskel- und Bewegungsapparates
* muskuläre Verspannungen (Fibromyalgie)
* Ischialgien (Hexenschuss), Rückenschmerzen
* Kopfschmerzen
* Erkrankungen des Verdauungssystems
* Leber- und Gallenleiden
* Lungenerkrankungen: Husten, Asthma, chronische Bronchitis
* Funktionelle Herzbeschwerden, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck
* Nierenleiden, chronische Zystitis
* Schwächezustände, Müdigkeit
* Nervenentzündungen
* prämenstruelles Syndrom
Eine Sonderform stellt die Schröpfmassage dar, eine Massage, die mit Hilfe von Schröpfköpfen und Öl im Bereich neben der Wirbelsäule erfolgt. Die Schröpfmassage wirkt ähnlich wie das Schröpfen selbst, im Vordergrund steht eine Durchblutungsförderung des Gewebes. Diese Massage kann starke Verspannungen und Verkrampfungen lösen, den Stoffwechsel fördern und als Vorbereitung für die anderen Schröpfverfahren dienen.
Das Schröpfen wird von Heilpraktikern und von Ärzten, die mit Naturheilverfahren arbeiten, angewendet. Die Methode erfordert eine genaue Kenntnis der Schröpfzonen und sollte nur von erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden.
Achtung! Das Schröpfen darf nicht angewendet werden bei der Einnahme blutverdünnender Medikamente. Auch Patienten mit Wundheilungsstörungen sollten diese Methode meiden.

 

 




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