Die Chiropraktik dient zur Diagnose und Behandlung von funktionellen Störungen des Rückgrades und der Gelenke. Mit speziellen Griffen werden Gelenkblockaden gelöst, steife und verkrampfte Muskeln gelockert und Schmerzen gelindert.
Bei welchen Beschwerden wird Chiropraktik empfohlen? Bei Nacken- und Schulterschmerzen, bei Hexenschuss, Ischias, bei chronischen Kopfschmerzen und Gelenkbeschwerden.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet an ständigen oder häufigen Wirbelsäulen- und anderen Gelenkbeschwerden darunter eine nicht geringe Zahl von Kindern und Jugendlichen. Zu den lokalen Beschwerden des Bewegungsapparates kommen noch die davon ausgehenden Störungen wie Muskelverkrampfungen Schwindel, Kopfschmerzen, ausstrahlende Schmerzen in den Beinen sowie Pseudo-Herzbeschwerden. Unsere bewegungsarme, häufig sitzende Lebensweise und zivilisationsbedingtes Fehlverhalten sind die Hauptgründe für diese teilweise sehr langwierigen und schmerzhaften Gesundheitsschäden.
Der helfende Knacks ohne Schmerz
Sie basiert auf der Tatsache, das Gelenke und Nerven in besonderer Weise miteinander verschaltet sind. Sind z.B. Gelenkflächen zweier Wirbel miteinander verklebt, dann hat dies Auswirkungen auf die nervale Versorgung eines Körperabschnittes in dem dieses Gelenk liegt, da der aus dem Wirbelloch austretende Nerv an seiner Wurzel gestört wird. Der Arzt kann nun diese Gelenkblockade lösen und dadurch auch die gestörte Innervation wieder einregulieren und die dadurch verursachte Störung verschwindet. Sobald der Wirbel wieder seine ursprüngliche Lage erreicht hat, haben die Nerven wieder den ihnen zustehenden Platz. Ihre Innervation reguliert sich wieder, was weitreichende Folgen für das gesamte Segment hat. Die Durchblutung optimiert sich, die Muskulatur entkrampft sich etc. Auch Störungen von Organen können dadurch beseitigt werden. So kann beispielsweise Herzklopfen durch eine Manipulation an der oberen Brustwirbelsäule beseitigt werden.
Da das Rückenmark durch die gesamte Wirbelsäule verläuft und in jedem Körpersegment Nervenbahnen austreten, gibt es praktisch keine auch scheinbar organische Störung, die nicht durch eine Fehlstellung der Wirbelgelenke verursacht sein kann.
Wie in jeder medizinischen Praxis geht der Behandlung eine eingehende Untersuchung voraus, bei der neben der Krankengeschichte die Haltung des Patienten und sein Bewegungsablauf im Vordergrund stehen. Neben ärztlichen Untersuchungen stehen dem Chiropraktor in erster Linie das Abtasten der Wirbelsäule, des Beckens und der peripheren Gelenke, sowie deren Funktionsprüfung zur Verfügung. Vor dem chiropraktischen Eingriff wird eine genaue Diagnostik betrieben. Manchmal sind Röntgenbilder erforderlich.
Die chiropraktische Manipulation besteht im wesentlichen aus einer spezifischen, mit minimalem Kraftaufwand ausgeführten manuellen Einwirkung auf ein Gelenk, das in seiner Funktion gestört ist. Dabei wird das blockierte Gelenk leicht über seine normale Beweglichkeit hinaus bewegt, ohne dass jedoch Kapsel, Bänder oder Weichteile verletzt oder beeinträchtigt werden. Die rasche, mit einem genau dosierten Impuls verbundene Bewegung ist oft mit einem hörbaren Knacken verbunden. Die Behandlung ist aber richtig ausgeführt - nicht nur im allgemeinen schmerzfrei, sondern auch gefahrlos.
Techniken der Chiropraktik
Adjustierung: wird durch speziell erlernte Handgriffe erzielt. Sie haben das Ziel "Subluxationen" an der Wirbelsäule wieder aufzuheben und damit den Druck auf die Spinalnerven oder das Rückenmark zu beseitigen. Gelingt dies, dann verschwinden die Schmerzen in kurzer Zeit, z.B. bei einer Ischialgie.
Traktion: dabei werden die Gelenkpartner durch Zug voneinander entfernt. Dies führt unter anderem zu Druckminderung, Entlastung und Schmerzlinderung. Außerdem verbessert sich durch die Dehnung der Bänder und der Gelenkkapsel die Beweglichkeit.
Mobilisation: Um das verlorengegangene Gelenkspiel, und somit auch die Beweglichkeit wieder herzustellen, werden die Gelenkanteile parallel gegeneinander bewegt.
Weichteilbehandlung: Durch Dehn- und Entspannungstechniken wird die Muskulatur so verlängert, dass sie sich dem neugewonnenen Gelenkspiel anpasst.
Reflextechniken: Unter gezielter Ausnutzung von Nervenreflexen wird die Spannung der Muskulatur und die Schmerzwahrnehmung beeinflusst.
Nach der chiropraktischen Maßnahme empfehlen sich Übungen, um falsche Bewegungsabläufe künftig zu vermeiden. Auch die Chiropraktik wird gern mit anderen Verfahren kombiniert wie beispielsweise der Massage, der Wärmebehandlung oder einem Hautreizverfahren.
Anwendungsbereiche der Chiropraktik
-Der Anwendungsbereich dieser Therapieform ist eine primäre Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Bei Wirbelverdrehungen, -verkippungen, -blockierungen und -ver-renkungen. Oftmals sind es minimale Abweichungen von der statisch korrekten Position, die zu starken Schmerzen und Verspannungen führen.
-Gelenke müssen nicht blockiert sein, um Beschwerden zu verursachen. Eine muskuläre Fehlspannung reicht aus, um eine Verkantung oder eine geringfügige Verschiebung der Gelenkflächen herbeizuführen. Folge davon ist, dass die Muskulatur versucht das instabile Gelenk „festzuhalten“ und somit zunehmend verkrampft. Dies bereitet Schmerzen. Um solche Verkrampfungsstellen herum kommt es zu Stoffwechselübersäuerung und häufig auch zu lokalen Flüssigkeitsansammlungen, dem sogenannten lokalen Ödem. Häufig drückt solch ein Ödem auf Nervenbahnen und verursacht dort Störungen, die zu einer „nervlichen Unterversorgung“ bestimmter Körperteile oder Organe führen. Dies äußert sich dann z.B. durch Symptome wie: Kribbeln und Pelzigkeit der Gliedmaßen, gestörte Kälte oder Wärmeempfindungen in der Haut, Wasserstauungen in den Hände etc.
-Geringe Verschiebungen im Bereich der ersten beiden Halswirbel, können zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Da die Durchblutung sowohl des Kopfbereiches, wie auch der Wirbelsäule durch die Öffnung dieser beiden Wirbel führt, können Symptome wie Schwindel, andauernde Kopfschmerzen, chronische Migräne und andere Symptome auftreten.
-Nacken und Kreuzschmerzen, Ischialgien, also Schmerzen, die über den Ischiasnerv in ein oder beide Beine ausstrahlen. Lumbago, das ist die Bezeichnung für akut auftretende Kreuzschmerzen, im Volksmund auch unter „Hexenschuss“ bekannt.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Unsere langjährige Erfahrung zeigt, daß für die meisten Beschwerdebilder 6-9 Behandlungen erforderlich sind. Eine subjektive Verbesserung der Beschwerden ist meist schon nach einigen Besuchen spürbar. Der Zeitraum für die gänzliche Korrektur der Ursachen ist jedoch abhängig von Faktoren wie der Vorgeschichte der Erkrankung, privaten und beruflichen Umständen sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Erfolge der Chiropraktik
Langzeituntersuchungen haben gezeigt, dass die Behandlung durch den Chiropraktor kostengünstig ist, unnötige Operationen vermeiden hilft und die körperliche Einsatzbereitschaft rascher wiederherstellt. In einer Schweizer Studie waren 75 Prozent der untersuchten Personen erfolglos vorbehandelte Patienten. Trotz dieses hohen Anteils an therapieresistenten Fällen konnten über 80 Prozent durch die Chiropraktik geheilt oder gebessert werden. In mehr als einem Drittel war der Patient vor der chiropraktischen Behandlung täglich auf Medikamente angewiesen; danach war dies nur noch in einem Prozent der Fall.
Gegenanzeigen und unerwünschte Wirkungen
Allgemein ist eine Abklärung bestimmter Wirbelsäulenschäden (beispielsweise schwere Osteoporose, Metastasen, Tumoren) mittels Röntgenaufnahme oder besser CT/MRT vor jeglicher Manipulation der Wirbelsäule unabdingbar.


